Seit November 2023 schärft Ragna als Texterin bei visuellverstehen die digitale Kommunikation. Doch auch nach einem langen Arbeitstag legt sie ihre Tastatur nicht beiseite. Denn in ihrer Freizeit arbeitet Ragna am eigenen Buchprojekt – und bewegt sich dabei von klarer Nutzer*innen-Führung in die verwinkelten Held*innenreisen der Fantasy-Literatur. Wie dieser Wechsel gelingt und welche Synergien dadurch entstehen, verrät sie uns hier.
Vom ersten Entwurf zur professionellen Struktur
Ragnas Weg zu den Buchstaben begann nicht erst im Agenturalltag oder bei ihren journalistischen Tätigkeiten während des Studiums. Schon in der Grundschule entstanden erste Tiergeschichten, gefolgt von handgeschriebenen Fantasy-Romanen in der Teenie-Zeit.
Vor drei Jahren entschied sie sich, einen weiteren Fantasy-Roman zu schreiben – dieses Mal mit der Veröffentlichung als Ziel. Nach VHS-Kursen und Fachlektüre sowie zwei veröffentlichten Kurzgeschichten markierte ein einwöchiges Roman-Coaching den entscheidenden Wendepunkt. „Da wurde mein Projekt von Fachleuten erst einmal so richtig zerlegt“, erinnert Ragna sich. „Die 150 Seiten, die ich zu dem Zeitpunkt hatte, konnte ich komplett streichen.“
Ragna begann von vorn – doch nun mit festem Gerüst und professioneller Herangehensweise. Das Ergebnis nach drei Jahren fast täglicher Arbeit: Ein fertiges Manuskript mit 720 Seiten. Unter dem Arbeitstitel „Das Auge von Asciel“ ist eine Dilogie mit mehreren Handlungssträngen entstanden, die schon einige Überarbeitungsschleifen hinter sich hat und gerade an die ersten Testleserinnen herausgegeben wurde.
Die Architektur der Erzählung
In dieser Zeit lernte Ragna viele Parallelen zur digitalen Konzeption kennen – scheinbare Gegensätze entpuppten sich als Gemeinsamkeiten. „Als Autorin, etwa bei Weltenbau oder Plotplanung, nutze ich Methoden, die mir auch in der Agentur begegnen: Ich gehe vom Groben ins Kleine, strukturiere den Gesamtprozess und visualisiere komplexe Handlungsstränge. Extradokumente und Mindmaps helfen mir dabei, die Übersicht zu behalten und Ideen zu finden“, erzählt Ragna. „Vorbereitung ist alles. Bevor ich eine Szene oder den Text für eine Website schreibe, muss das Gerüst stehen.“